Zwickau

Zwickau – eine Stadt mit Geschichte

Lange Jahre hatte die Stadt Zwickau einen Ruf, der dem ehemaligen DDR-System zu verdanken war. Zwickau galt zwar als Stadt des berühmten Zweitakters „Trabant“, aber sonst nur als schmuddelige sächsische Kleinstadt mit einer Bergbauvergangenheit. Zwickau, im landesüblichen Dialekt „Zwigge“, ist seit 1990 aufgeblüht und präsentiert sich nun weit attraktiver als eine Stadt im südwestlichen Teil des Freistaates Sachsen und Sitz des Landkreises Zwickau.

Geschichte der Stadt Zwickau

1118 wurde die Stadt als territorio Zcwickaw erstmals erwähnt und entwickelte sich im Lauf der Jahrhunderte zur viertgrößten sächsischen Stadt und gehört heute als Oberzentrum im Ballungsraum Chemnitz-Zwickau zur „Metropolregion Mitteldeutschland“. Die Stadt liegt größtenteils im Tal der Zwickauer Mulde und ist durch die historische Ferien- und Silberstraße mit der Landeshauptstadt Dresden verbunden. Bis 1806 war Zwickau eine kurfürstliche Stadt und wurde dann 1834 Kreisdirektionssitz im Königreich Sachsen und dann 1907 eine kreisfreie Stadt. 1953 verlor Zwickau den Rang als Oberbehörde und war ab 2008 auch nicht mehr als kreisfreie Stadt strukturiert.

Automobilstadt Zwickau

Die Tradition der Automobilherstellung ist über hundert Jahre alt und wurde mit der Gründung der Horch- und Audi-Werke eingeleitet. Nach der deutschen Teilung führten die Sachsenring-Werke nach Übernahme der Auto Union diese Tradition fort und nach der Deutschen Einheit siedelte Volkswagen hier eines der größten Unternehmen in den neuen Bundesländern, die Volkswagen Sachsen AG, an. Diese setzt nun die automobile Tradition fort. Heute können Besucher und Gäste der Stadt das Horch-Museum besuchen und erfahren hier viel Interessantes über die Entwicklung des Automobilbaus in Zwickau.

Robert Schumann Stadt Zwickau

Der international bekannteste Sohn der Stadt wurde 1810 in Zwickau geboren. Der Komponist aus der Zeit der Romantik Robert Schumann machte Zwickau weit über die Stadt- und Landesgrenzen bekannt und das Schumann-Haus kann noch heute besichtigt werden. Hier wird dem Ruhm dieses Zwickauers Rechnung getragen und sein Andenken bewahrt. Auch das Konservatorium in Zwickau wurde nach ihm benannt und so sind das Konservatorium, das Horch-Museum, die Westsächsische Hochschule Zwickau überregional bekannte Kultur-und Bildungseinrichtungen.

Lage von Zwickau

Zwickau liegt in einer weiten Talaue am Eingang zum Westerzgebirge und zum Vogtland und die Umrisse der Stadtgrenze ähneln dem Umriss des Kontinents Afrika. Das Stadtzentrum liegt mit einer geographischen Höhe von 267 Meter über dem Meeresspiegel unweit des Westufers der Zwickauer Mulde. Unmittelbar gegenüber am Ostufer der Zwickauer Mulde erhebt sich steil der Brückenberg mit seinen aus dem Mittelalter herrührenden Bergkellern.

Entwicklung und Wirtschaft in Zwickau

Mehr als 600 Jahre wurde in Zwickau Bergbau betrieben, aber die Steinkohleflöze sind längst erschöpft. Der Bergbau begann in der Region im Jahr 1316 als Markgraf Friedrich der Gebissene die Stadt mit einer Fundgrube auf den Fürstenberg (zwischen Kirchberg und Weißbach) belehnte. Hier wurde Silber und Kupfer abgebaut.

Wissenschaftler fanden in der jüngeren Vergangenheit viele versteinerte Pflanzen und Tiere aus vergangenen Jahrtausenden im Gebiet des geologischen Naturdenkmals Rußkohlenflöz, wo der einzige ständig freiliegende Aufschluss eines Steinkohlenflözes in Sachsen zu finden ist und verschiedene Erdzeitalter (Silur, Devon und Oberkarbon) darlegt.

1946 wurde die Stadt von der sowjetischen Besatzungsmacht als Versorgungsbasis für die SAG Wismut ausgewählt. Nach der Enteignung der Papier- und Kartonagenfabrik C.F. Leonhardt & Söhne in Zwickau-Crossen nahm 1951 auf diesem Gelände der Uranerz -Aufbereitungsbetrieb „Objekt 101“ die Produktion auf. Bis zur politischen Wende von 1989 wurde hier aus dem Uranerz der Rohstoff für die sowjetische Atomindustrie gewonnen.

Da in Zwickau die Mulde gut zu durchqueren war, führten wichtige Handelswege durch die Stadt. Große Bedeutung hatte schon im 12. Jahrhundert die Hohe Handelsstraße, die von Nürnberg kommend über Hof, Plauen und Reichenbach bei Zwickau nach Böhmen führte. Sie beförderte bereits früh Zwickaus Wohlstand, so dass die Stadt von 1290 bis 1407 als Reichsstadt neben Augsburg und Nürnberg zu einer Stadt ersten Ranges aufstieg.

Von Oktober 1520 bis April 1521 predigte auf Anraten Martin Luthers Thomas Müntzer in Zwickau. Luther widmete seinem Freund, dem Zwickauer Bürgermeister Hermann Mühlpfort, 1520 seine Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Im April 1522 kam Martin Luther auf Bitten des Rates nach Zwickau und hielt einige Predigten. Hier entkam er einem Mordanschlag, indem er Zuflucht in einem Gasthaus fand. Dort äußerte er den Spruch: „Das ist mein Paradies“. Der Gasthof trug fortan den Namen „Zum Paradies“.

Sehenswürdigkeiten in Zwickau

Von der langen Geschichte Zwickaus zeugen viele alte Bauten. Zu nennen sind hier besonders der Evangelischer Dom St. Marien mit seiner wertvollen Innenausstattung; die Priesterhäuser am Domhof mit steilen gotischen Satteldächern, die zu den ältesten Wohngebäuden Deutschlands gehören; das 1522 – 1525 im spätgotischen Stil erbaute Gewandhaus; das Dünnebierhaus aus dem Jahre 1480; Schloss Osterstein, einst erbaut als kurfürstliche Schlossanlage 1587–1590 und 2006-2008 saniert; das Rathaus am Hauptmarkt; das Kräutergewölbe von 1470 und die Löwen-Apotheke von 1484, beide Gebäude gehören als ehemalige mittelalterliche Apotheken zu den ältesten für diesen Zweck genutzten Bauwerken in Deutschland und das Kornhaus, dessen Kornspeicher wurde um 1480 vom Zwickauer Patrizier Martin Römer errichtet und ist einer der größten und ältesten Profanbauten seiner Art in Deutschland.

Zwickau Heute

Zwickau lebt aber nicht nur in seiner Vergangenheit! Die Stadt bietet ihren Bewohnern und Gästen viel Abwechslungsreiches. So findet sich in der Innenstadt eine lebendige Einkaufsstraße mit vielen kleineren Geschäften und einem Shoppingcenter. Außerdem findet der Gast in Zwickau ein umfangreiches gastronomisches Angebot: verschiedene internationale Restaurants mit italienischer, griechischer, indischer, chinesischer und tschechischer Küche wetteifern um die Gunst der Besucher. Aber auch die Spezialitäten der erzgebirgischen und deutschen Küche werden in zahlreichen Restaurants angeboten, immerhin sind die berühmten grünen Klöße weltbekannt und es lässt sich noch manch anderes Schmankerl entdecken. Zwickau bietet Theater, Konzerte, Kino und Bars wie auch Sport- und Freizeitstätten, Wanderwege und Parkanlagen.

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