Köln

Köln – eine Stadt mit Flair und fünf Jahreszeiten

Köln ist die mit über einer Million Einwohnern die viertgrößte Stadt der Bundesrepublik Deutschland und der Städtereisende findet in Nordrhein-Westfalens bekannter Domstadt Interessantes und Wissenswertes aber auch Erholung.

Geschichte

Zu Zeiten der Römer wurde die Stadt als Oppidum Ubiorum gegründet und als Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA)dann zur Stadt erhoben. In den 2000 Jahren seiner Geschichte wurde Köln zu einer Stadt mit bedeutendem kulturellen und architektonischem Erbe.

Köln war lange eine freie Reichsstadt mit einer katholischen Bevölkerung und so erzeugte der ewige Gegensatz zwischen Kirche und Bürgertum ein eigenes politisches Klima – es entwickelte sich ein enges Beziehungsgeflecht: der Kölner Klüngel. Politik, Wirtschaft und Kultur verbändelten sich in einem System gegenseitiger Gefälligkeiten, Verpflichtungen und Abhängigkeiten. Heinrich Böll hat in seinem Essay „Was ist kölnisch“ dieses Geflecht beschrieben. Dieser Klüngel artete bisweilen in Korruption aus: Der 1999 aufgedeckte „Müllskandal“ über Bestechungsgelder und unzulässige Parteispenden brachte nicht nur einen bekannten Unternehmer in Haft, sondern ließ fast das gesamte Führungspersonal der regierenden SPD stürzen.

Der Dom

Der alles überragende gotische Kölner Dom St. Peter und Maria, das absolute Wahrzeichen Kölns, ist einer der größte Kirchenbauten der Gotik. Es brauchte bis zu seiner Vollendung etwa 600 Jahre, erst 1880 wurde er endlich fertig. Hier sind die Reliquien der Heiligen Drei Könige im prunkvoll gestalteten Dreikönigenschrein (spätes 12. Jahrhundert / erste Hälfte 13. Jahrhundert) im Chorraum des Domes werden aufbewahrt und so ist Köln zu einem Pilgerziel ersten Ranges geworden.

Kirchen zu Köln

Eine große kulturgeschichtliche Bedeutung haben aber auch die großen romanischen Kirchen und die gotischen und Barockkirchen in der Kölner Innenstadt. Viele Kirchen wurden im 2. Weltkrieg stark beschädigt und erst 1985 war der Wiederaufbau abgeschlossen.

Zwei Kirchenruinen, Alt St. Alban in der Nähe des Rathauses mit einer von Käthe Kollwitzentworfenen Skulptur und die Reste von St. Kolumba. In St. Kolumba wurde in den 1950er Jahren um eine erhalten gebliebene Marienfigur die Kapelle St. Maria in den Trümmern errichtet. Nur provisorisch gesicherte Stümpfe der Umfassungsmauer blieben von der ansonsten zerstörten Kirche erhalten.

Kölner Brücken

Bereits 310 n. C. erbauten die Römer die erste Brücke über den Rhein: Die Konstantinbrücke. Die Franken zerstörten sie 200 Jahre später und heute überspannen Brücken im Kölner Stadtgebiet den Rhein, davon zwei Eisenbahnbrücken und sechs Straßenbrücken:

  • die Hohenzollernbrücke in der Achse des Domes ist die am meisten befahrene Eisenbahnbrücke Europas,
  • die Südbrücke entlastet die Hohenzollernbrücke vom Güterverkehr.
  • Zwei Autobahnbrücken verbinden die links- und rechtsrheinischen Teile des Kölner Autobahnrings:
  • die Rodenkirchener Autobahnbrücke im Süden und
  • die Rheinbrücke Leverkusen im Norden zwischen Köln-Merkenich und Leverkusen.
  • die Deutzer Brücke
  • die Mülheimer Brücke
  • die Severinsbrücke,
  • die Zoobrücke.

Für vier der Brücken ist der Anstrich charakteristisch, er erhielt daraufhin die Bezeichnung Kölner Brückengrün.

Neben den Brücken bestehen in Köln aber auch verschiedene Fährverbindungen über den Rhein. So zum Beispiel die Autofähre Köln-Langel, die Personenfähre Messe/Rheinpark und die Personenfähre Zündorf.

Parks und Grünflächen in Köln

Viele Parks und Grünanlagen laden die Besucher zum Verweilen ein. Gern sitzt man in Biergärten und Cafés inmitten ruhiger Natur und genießt die Zeit, entspannt. Hier seien einige der bekanntesten Parkanlagen genannt:

Im Rahmen der Versailler Verträge mussten nach dem 1. Weltkrieg die Festungsgürtel der Stadt abgerissen werden und so entstand eine der großen Kölner Grünanlagen mit 25 Baumarten, mehreren Wasserflächen und Wiesen.

Auf dem Gelände des äußeren Festungsringes entstand nach 1920 eine etwa 800 Hektar große Grünfläche, der äußere Grüngürtel Kölns. Hier ist beispielsweise der Beethovenpark.

Der älteste Kölner Park ist der Stadtgarten. Diese 175 Jahre alte Anlage wurde einst als Landschaftspark angelegt und besitzt seit über 100 Jahren ein Restaurant mit Biergarten.

Im Volksgarten der Südstadt, er ist über 100 Jahre alt, finden sich im Sommer Klein- und Straßenkünstler und Musiker zusammen. Viele kulturelle Veranstaltungen gibt es hier, so werden beispielsweise in der Orangerie Theaterstücke aufgeführt.

Seit dem 7. August 2004 erinnert und mahnt der Name „Hiroshima-Nagasaki-Park“, eine Grünfläche am Aachener Weiher, an die Opfer des Krieges. So bekennt sich Köln offen zu seiner Mitgliedschaft (seit 1985)beim internationalen Städtebündnis gegen Atomwaffen, des „Hiroshima-Nagasaki-Bündnisses“.

Zoo und Botanischer Garten

1859 wurde der Kölner Zoo erbaut. Auf etwa 20 Hektar beherbergt er heute 700 Tierarten, besonders bekannt wurde er für die vielen in den Jahren 2006 und 2007 geborenen Elefanten.

Die Flora, so nennen die Kölner ihren Botanischen Garten. Er ist in das European Garden Heritage Network eingebunden und 2004/2005 wurde er als Besonderheit in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen.

Außerdem findet sich in Köln noch der Forstbotanische Garten im äußeren Grüngürtel mit seiner Landschaftsparkerweiterung, dem Friedenswald.

Theater und Musik in der Domstadt

Die Wurzeln der Kölner Theater finden sich bereits im Mittelalter und heute ist die Stadt Träger der „Bühnen der Stadt Köln“ mit Schauspielhaus und Oper. In Köln findet man vom Autorentheater über experimentelles Theater auch Kabarett, klassisches Sprechtheater, Märchenspiele, Figurentheater, Tanz- und Volkstheater.

Hier einige Namen bekannter Bühnen: das Arkadaş Theater, Artheater, Casamax-Theater, Cassiopeia Theater, Comedia Theater, Drama Köln, Freies Werkstatt-Theater, Gloria-Theater, Hänneschen-Theater (Puppenspiele der Stadt Köln), Horizont-Theater, Kölner Künstler-Theater, Klüngelpütz Kabarett-Theater, Millowitsch-Theater, Piccolo Puppenspiele, Studiobühne Köln, Theater am Dom, Theater am Sachsenring, Theater der Keller, das Theater im Bauturm, Theater im Hof, Theater in der Filmdose, Theater Tiefrot und das Theaterhaus Köln.

Köln ist auch als Heimat renommierter Sinfonie- und Kammerorchester, dem Gürzenich Orchester und dem WDR-Sinfonieorchester, bekannt. Nicht zu vergessen sind aber auch die Kammerorchester: Camerata Köln, das Kölner Kammerorchester, Cappella Coloniensis, Collegium Aureum , Concerto Köln und Musica Antiqua Köln.

Eine weitere bekannte Spielstätte für Musik ist die Kölner Philharmonie mit ihrem breiten Spektrum, das von klassischer Musik über Musik der Gegenwart bis hin zu Jazz und populärer Musik reicht.

Auch die Lanxess Arena, das E-Werk in Köln-Mülheim, das Palladium, die Live Music Hall und der Tanzbrunnen im Rheinpark, eine Freilichtbühne, sind weitere viel und gern besuchte Veranstaltungsorte.

Nun zu einem besonderen Kapitel. Kölsche Musik ist eine durch den Karneval geprägte Volksmusik. Sie wird fast durchgängig auf Kölsch gesungen und es geht über die verschiedensten Genres wie Schlager und Pop und Rock bis hin zu den Karnevalsliedern. Künstler wie die Bläck Föös, die Höhner, BAP, Willi Ostermann und einige mehr sind weithin bekannt.

Die fünfte Jahreszeit

Das närrische Treiben beginnt seltsamerweise bereits ziemlich am Ende des Vorjahres am 11. November, aber die Karnevalswoche ist die Hochzeit des närrischen Treibens im kölschen Fasteleer. Donnerstag (Weiberfastnacht) bis Aschermittwoch steht die Stadt beinahe Kopf. Viele Kölner müssen nicht arbeiten und die Stadt empfängt außerdem sehr viele Touristen zu dieser närrischen Zeit. Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei, wie schon altes Liedgut zu verkünden weiß. Die meisten Karnevalsgesellschaften treffen sich an diesem Tag aber noch einmal zum traditionellen Fischessen, denn danach beginnt die Fastenzeit.

Die katholischen Kölner gehen am Aschermittwoch zur Frühmesse und erhalten dort das traditionelle Aschenkreuz aus den verbrannten geweihten „Palm“-Zweigen des letztjährigen Palmsonntags.

Kölner Museen

Viele Museen finden sich in Köln.

Zu den wichtigsten Kunstmuseen gehört das Museum Ludwig. In einem postmodernen Gebäudekomplex, welcher die Rheinfront markant prägt, werden hier Exponate der Moderne und Gegenwart gezeigt.

Im Wallraf-Richartz- Museum findet sich Kunst aus dem Mittelalter bis zum frühen 20. Jahrhundert.

Zu nennen sind auch das Römisch-Germanische-Museum, das Schokoladenmuseum, das Kölnische Stadtmuseum im Zeughaus, das Duftmuseum im Farina-Haus (hier entstand das Eau de Cologne / Kölnisch Wasser),das Erzbischöfliche Diözesanmuseum Kolumba, das Museum für angewandte Kunst, die artothek Köln für junge Kunst, das Käthe-Kollwitz-Museum, das Museum für Ostasiatische Kunst und das Museum Schnütgen für mittelalterliche Kunst, das Rautenstrauch-Joest-Museum und der Skulpturenpark Köln (hier werden Außenskulpturen der Gegenwartszeitgezeigt), das Sport- und Olympia Museum, das Geldgeschichtliche Museum, das Kölner Karnevalsmuseum, das KünstlerMuseum Beckers°Böll, das Odysseum, das Radiomuseum, das Rheinische Industriebahn-Museum, die Photographische Sammlung der SK Stiftung Kultur, die Theaterwissenschaftliche Sammlung Schloss Wahn und das Weinmuseum.

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