Görlitz

Wo liegt Görlitz?

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands und auch die größte Stadt der Oberlausitz. Sie liegt im niederschlesischen Teil der Lausitz an der Lausitzer Neiße und der Fluss Neiße bildet auch die Grenze zu Polen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der östliche Teil von Görlitz dem polnischen Staat zugeschlagen und dort ist heute die eigenständige Stadt Zgorzelec direkt gegenüber von Görlitz gelegen. Eine 2004 eröffnete Fußgängerbrücke verbindet die beiden Städte, aber auch mit dem Auto ist das Nachbarland schnell über eine Brücke zu erreichen. Görlitz und Zgorzelec bilden seit 1998 eine Europastadt und wachsen immer mehr zusammen.

Görlitz – Geschichte

Görlitz blieb im Zweiten Weltkrieg fast völlig unzerstört und so kommt es, dass hier alle wesentlichen Phasen der mitteleuropäischen Siedlungsentwicklung ohne größere bauliche Veränderungen ablesbar blieben und erhalten sind. Görlitz kann mit etwa 4000 größtenteils restaurierten Baudenkmälern aufwarten und die Stadt wird daher oft als das größte zusammenhängende nationale Flächendenkmal bezeichnet – auch wenn es sich nach dem Denkmalrecht eigentlich um eine flächenhafte Verbreitung von Einzeldenkmalen handelt. Das innerstädtische Bild der Stadt ist durch spätgotische Bauten, Renaissance- und Barockbürgerhäuser in der Altstadt und weitläufige Gründerzeitviertel im Umkreis der Altstadt geprägt.

Wie archäologische Funde belegen wurde in der Gegend bereits in der späten Jungsteinzeit gesiedelt. Aus späteren Epochen wurden Plätze von Brandbestattungen und Münzen aus der späten Zeit der römischen Kaiser gefunden. Die germanische Bevölkerung verließ die Gegend während der Völkerwanderung im 4. -5. Jahrhundert und erst zum Ende des 7. Jahrhunderts begannen slawische Stämme wieder hier zu siedeln. Aus dieser Zeit stammen Funde von Keramik in der heutigen Nikolaivorstadt und der östlichen Altstadt.

Etwa 960 wurden die Stämme von den Sachsen unterworfen und ins Reich eingegliedert, aber über viele Jahre schwelte der Konflikt der Slawen mit den Herrschern aus Böhmen, Polen und dem Heiligen Römischen Reich.

Für die Zeit kurz vor 1300 ist ein Stadtrat mit Bürgermeister, zwölf Ratsherren und vier Schöffen belegt. Görlitz bekam 1303 als erste Stadt in der Region die Unabhängigkeit vom landesherrlichen Vogteigericht verliehen und erhielt die Obergerichtsbarkeit, was als Datum der städtischen Unabhängigkeit gilt

Im Jahr 1339 erhielt die Stadt zusätzlich das Stapelrecht für das in ganz Europa nachgefragte Waid. Waid ist eine Färberpflanze für die Farbe Blau in der Tuchfärbung. Die Stadt nahm im Waidhandel bald eine Monopolstellung ein und wurde aufgrund einer florierenden Tuchproduktion zur bedeutendsten Handelsstadt zwischen Erfurt und Breslau.

Die Spannungen zwischen Görlitz und Zittau, die bereits nach Ende der Hussitenkriege begonnen hatten, entluden sich 1491 in einem Bierkrieg. Hierbei ging es um das Recht der Zittauer, ihr Bier zollfrei nach Görlitz einzuführen und zu vertreiben. Da Görlitz dies jedoch verweigerte und das Bier der Zittauer beschlagnahmte kam es zu einer Fehde zwischen beiden Städten und erst ein Urteil vom Vogt beendete den Zwist.

Als Napoleons Armee aus dem Russlandfeldzug zurückkehrte, zogen Armeeeinheiten durch das Görlitzer Gebiet und plünderten die umgebenden Dörfer. Innerhalb eines Jahres marschierten so mehr als 30 Truppenteile an Görlitz vorbei; die verbündeten Franzosen mussten einquartiert und verpflegt werden – das belastete die Bevölkerung sehr. Zusätzlich breiteten sich Epedemien aus, das belegen Berichte des Bürgermeisters Samuel August Sohr.

Die spätere Zugehörigkeit der Stadt zu Preußen hatte erheblichen Einfluss auf die politische und gesellschaftliche Entwicklung der Stadt. Das preußische Stadtrecht wurde 1833 eingeführt und die Stadt kam unter dem ersten Oberbürgermeister Gottlob Ludwig Demiani zu einer erneuten Blüte. Im Jahr 1847 erhielt sie einen Bahnanschluss nach Dresden und wurde gleichzeitig über eine Zweigbahn mit Berlin und Breslau verbunden. Nun entwickelte sich die Wirtschaft rasch und zahlreiche öffentliche Großbauten, Industrieanlagen und Wohnsiedlungen der Gründerzeit prägen prägen noch heute das Stadtbild südlich der Altstadt. Mit der Teilung Schlesiens in die Provinzen Ober- und Niederschlesien kam Görlitz 1919 zur westlichen Provinz Niederschlesien.

Sehenswürdigkeiten in Görlitz

Die einzige namhafte Erhebung im Umkreis von Görlitz ist auch das Wahrzeichen von Görlitz: Die Landeskrone. Sie ist ein 420 m hoher Basaltkegel vulkanischen Ursprungs und von hier aus eröffnet sich ein weiter Blick über das Lausitzer Bergland bis hin zum Zittauer Gebirge und bei guter Sicht bis zum Riesengebirge mit der Schneekoppe.

Die Stadt erwarb die Landeskrone 1440 von seinen adligen Vorbesitzern und holzte die Bäume auf dem Berg nahezu komplett ab. Erst 1840 wurde die heutige Lindenallee angelegt. Sie beginnt am Fuss der Landeskrone und es führen 178 Stufen aufwärts bis zur Fahrstraße, die wiederum bis zum Gipfel führt. Der restliche Bergsockel wurde 1883 mit Rotbuchen bepflanzt. Der so mit der Zeit entstandene dichte Laubwald am Berg wurde 1953 zum Naturschutzgebiet erklärt.

Kirchen in Görlitz

Die Stadt Görlitz ist Sitz eines Bischofs und eines Regionalbischofs. Den Kirchen kommt dabei neben trutzigen Stadttürmen und stolzen Bürgerhäusern eine gewichtige Bedeutung zu und so ist es nicht verwunderlich, wenn manchen Besuchern ihr Stadtrundgang gewissermaßen zum Kirchenrundgang gerät.

Görlitz und der Jakobsweg

Der polnische Jakobsweg trifft in Görlitz auf den Ökumenischen Pilgerweg, welcher in Vacha an den Rhön-Jakobsweg anschließt und auch für den Zittauer Jakobsweg bildet Görlitz den Ausgangspunkt, als Teil des Gnesen-Görlitz-Prag Jakobswegs. So können Pilger aus aller Welt ihren Weg quer durch Europa bis hin nach Santiago de Compostela finden.

Kultur in Görlitz

Kultur hat in Görlitz ihren besonderen Platz. Höhepunkte wie die Museumsnacht, Tag des offenen Denkmals, das Sommertheater und das Altstadtfest sind nur einige Events, die sich zu einem beliebten Publikumsmagneten für Gäste aus aller Welt gemausert haben. Zahlreiche Museen, Galerien und die Stadt selbst laden zur Besichtigung ein um mehr über Land und Leute zu erfahren.

Essen und Trinken in Görlitz

Wer in Görlitz in eine der zahlreichen Gaststätten einkehrt begibt sich gleichzeitig auf eine Entdeckungsreise in die architektonische Vergangenheit der Stadt und wird sicher nicht enttäuscht: Egal ob man es lieber urig, nostalgisch, romantisch, herrschaftlich oder szenig mag, hier ist ganz bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei.

Natur rund um Görlitz

Aber auch Besucher, die sich in der Natur wohlfühlen finden in und um Görlitz viele Angebote. Da gibt es Wanderwege in der näheren Umgebung der Stadt, lauschige Parkanlagen und stille Plätze an der Neisse und die Nähe zum Zittauer Gebirge. Ob Fußgänger oder Radfahrer – jeder ist willkommen die Schönheit der Landschaft zu genießen.

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